Wenn der Alltag zum Problem wird

Dresden

Heute schreibe ich einen Beitrag über die versteckten Probleme die uns übergewichtigen Menschen tagsüber begegnen. Die meisten davon sind unscheinbar und niemand denkt über so etwas nach, aber uns kann das schon wirklich den Tag vermiesen. Das beste und einfachste Beispiel: Ein schöner Abend mit Freunden, ein Nachmittag mit der Familie beim Eis essen oder einfach in der Straßenbahn. Nicht jedes Hinterteil ist für jeden Stuhl gemacht. In vielen Bars und Kneipen sind die Stühle einfach zu schmal oder anders das Gesäß einfach zu groß. Wenn ich dann mal auf einem Spielplatz bin und den eigentlichen witzigen Einfall habe zu schaukeln sollte man sich im Klaren darüber sein, dass das wirklich schmerzen kann. Eine Schaukel ist wahrlich nicht für einen übergroßen Hintern ausgelegt.

Nächstes Beispiel, dazu könnte ich stundenlang in die Tiefe gehen; gezielt einkaufen gehen in Bekleidungsgeschäfte und etwas zu finden ist nahezu unmöglich. Die Hersteller sind teilweise immer noch nicht dazu bereit Kleidung in großen Größen herzustellen. Und ich rede hier nicht von XL oder XXL. Im Gegenzug sind wir als Verbraucher auch nicht bereit für große Größen mehr Geld zu bezahlen. Aber logisch ist, dass für eine 50-52 doppelt so viel Material verarbeitet wird als für eine 34-36. Hier stehen Hersteller und Verbraucher im Konflikt und diesen umgeht man in dem man plus Size Mode aus der Kollektion verbannt. Begeben wir uns in den Urlaub, die Problematik beginnt bereits im Flugzeug wenn die Flugbegleiter dazu auffordern sich anzuschnallen. Die ein oder andere Dame müsste sicherlich feststellen das die Länge des Gurtes so gut wie ausgemerzt wird. Im Hotel angekommen und endlich entspannt, nutzt man die kostenlosen Güter des Hotels und entdeckt die Standard Bademäntel die natürlich nur in Standard Größen vorhanden sind. Bei einer lustigen Bootfahrt wackelt das Boot sehr beim Ein- und Aussteigen einer gut propotionierten Dame. Und tatsächlich biegen sich die Beine von Stühlen in wärmeren Regionen mehr als zu Hause, versteht sich oder? Zu Hause angekommen stellt man fest, wie schön es eigentlich ist, im eigenen Bett zu schlafen. Home sweet Home – Wäre da nicht die Matratze. Ich habe mir vor einiger Zeit ein Boxspringbett gekauft. Im Standard Format und natürlich war es ein Schnäppchen. Nach nur kurzer Zeit musste ich bereits feststellen, dass die Matratze nicht für mein Körpergewicht ausgelegt ist. Seit Wochen liege ich nun in meiner eingelegenen Kuhle, wie ein Marienkäfer auf dem Rücken. Die Folgen davon sind Rückenschmerzen und Verspannungen. Eine neue Matratze ist definitiv für meine Gewichtsklasse teurer als das ganze Bett Wert ist oder war. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Sofa wobei die Verschleißdauer länger ist. Ein Phänomen ist auch der Sitzsack, der innerhalb weniger Wochen auf die Hälfte reduziert war; ich habe ihn quasi platt gesessen. Schweifen wir doch noch einmal ab zum Camping Urlaub. Aber auch privat bei Grillpartys, mein engster Begleiter der Campingstuhl und auch hier muss ich zugeben, dass ich mir jedes Jahr einen neuen kaufen muss, da er einfach nach einem Sommer ausreißt. Eine Hängematte in der Wohnstube für gemütliche Nickerchen wäre mein Traum, leider habe ich die Befürchtung das es sich ähnlich wie mit dem Campingstuhl verhält. Kommen wir jetzt zu einem Satz der eigentlich zu den nervigsten Sagen gehört. Bei einer Entzündung verwende ich gern Salben. Bis an den Tag wo mein Arzt mich darauf hingewiesen hat, dass das eh nicht effektiv ist, da die Salbe durch die Fettschicht nicht an die entzündete Stelle dringen kann. Besonders peinlich ist der Moment wenn man in ein Auto einsteigt oder zum Beispiel in einen Fahrstuhl und beides nach unten geht. In den älteren Fahrstuhl-Modellen bemerke ich das oft, ich versuche dann immer in Zeitlupe durch langsames Hineingleiten die Erschütterung zu vermindern. Auch im Schmuckgeschäft stoße ich oft an meine Grenzen wenn das Armband der tollen Uhr einfach zu kurz ist, dann ist guter Rat teuer. Schön ist heute nur das Ideal. Welches den Idealmaßen entspricht. Diese Geschichten klingen total banal aber sie sind nicht aus der Luft gegriffen, es ist der pure Wahnsinn hätte ich bald gesagt. Es ist Realität in meinem Leben und ich denke auch im Leben vieler anderer Frauen. Es schränkt uns ein, knabbert an unserem Selbstwertgefühl und macht traurig.

2 Gedanken zu „Wenn der Alltag zum Problem wird

  1. Ich kann hier jedes deiner geschriebenen Worte sooooo gut nachvollziehen!! Ich habe das alles schon durch, aber mittlerweile auch hinter mir. Trotzdem verstehe ich dich und so geht es wirklich tausenden von anderen Frauen auch. Danke für diesen Beitrag 😉

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