Ich eröffne einen eigenen kleinen Laden

Ich erfülle mir einen Lebenstraum – ich eröffne einen eigenen kleinen Laden. „Wow“, ist meistens das einzige Wort, was mir in den Sinn kommt, wenn ich daran denke, weil ich bei dem Gedanken überflutet werde mit Glücksgefühlen. Seit nun mehr als einem Jahr ist dieser Wunsch in meinem Kopf und wenn ich etwas möchte, dann muss es einfach auch passieren – sonst drehe ich durch! Eine typische Eigenschaft meines Sternzeichen Widders. Immer mit dem Kopf durch die Wand, gerade aus und kein Schritt zur Seite. Ich denke, viele kennen mich so. Aber kommen wir einmal zum Ursprung dieser wahrscheinlich unglaublich verrückten Idee. Ich kann nicht genau sagen, wann diese Idee genau entstanden ist, aber sie hat natürlich etwas mit meinem Gewicht zu tun. Bereits mit 14/15 war ich übergewichtig, das war der Zeitpunkt in meinem Leben, als die Röhrenjeans gerade wieder modern geworden war. Ich wollte unbedingt eine haben. Meine Mama unterstütze mich natürlich in meinem Vorhaben, wie Sie es auch heute tut – nur eben das die Wünsche größer werden. Doch leider war es nicht leicht bei meiner Figur eine Röhrenjeans zu finden. Gleichzeitig entdeckte ich ein Projekt, welches mein Leben verändern sollte. Design Your Life, die Idee war geboren. Ich nahm an einem wundervollen Modeprojekt in Dresden Teil. Zusammen mit 2 waschechten Designern entwickelten wir unser eigenes Kleidungsstück. Ich hätte das Gefühl meiner Röhrenjeans immer näherzukommen. Also brachte ich das Ganze auf Papier. Jeder Modezar (wie ich einer werden wollte) hat ja schließlich Visionen. Meine war eine Röhrenjeans mit Latz und an den Hüften Chino Hosen ähnlich aufgeplustert. Alle anderen dünnen Mädels aus dem Kurs zeichneten Ballkleider oder Miniröcke. Für eine gewisse Zeit verbrachten wir jeden Samstag in der Schule für Mode in Dresden. Sammelten Ideen, lernten verschiedene Stoffe kennen und hielten mit Kameras Streetstyles fest. Natürlich an keinen anderen Ort wie der Dresdener Neustadt, DEM Szeneviertel von Dresden. Durch mein Schulpraktikum in der Maßschneiderei in Radeberg war ich sehr gut an der Nähmaschine. Unser Projekt schloss ich auf dem Catwalk ab, ich hatte die wahrscheinlich coolste Hose aller Zeiten in meiner Lieblingsfarbe gelb. Wir selbst sind auf den Laufsteg im alten Schlachthof Dresden gestiegen, haben uns gestylt und tolle Looks präsentiert. Die Sterne standen unter dem Namen: ich werde Modedesignerin. Also bewarb ich mich Ende der 10. Klasse überall (d. h. in den wenigen Ausbildungsbetrieben die Dresden zu bieten hatte) und erhielt reihenweise absagen. Das ist dieser Moment, wo man als junger Mensch durchdrehen könnte. Aber ich wäre nicht ich, wenn es keinen besseren Plan B gegeben hätte. Also entschied ich mich für eine Ausbildung bei Karstadt, noch heute denke ich an meine Wunden Füße zurück und frage mich, wie ich das überstanden habe. Aber es war trotzdem eine tolle Zeit. In der Abteilung habe ich mich auf Strumpfwaren spezialisiert und somit wurde die nächste Idee geboren. Nach 3 Jahren meiner Ausbildung stand fest, der Handel kommt für mich nur noch infrage, wenn ich weiterhin Strumpfhosen verkaufen könnte. Leider fand ich kein Geschäft, was so viele Strumpfwaren im Sortiment hat wie Karstadt. Auch dieser Traum starb und ich bin ohne jeglichen Vorstellungen in den Beruf gewechselt, der Zukunft hat. Ich habe mich in der Pflege beworben und fing ziemlich schnell an in diesem Job zu arbeiten und absolvierte einige Schulungen. Aber eines ließ mich niemals los. Ich wollte immer mein eigener Chef sein, mir nichts sagen lassen und etwas machen, wofür ich brenne. In den letzten 3 Jahren klammerte ich mich an jede Idee, zur Umsetzung eines Plans um einen erfolgreichen Laden zu führen. Jeden Abend liege ich auch heute noch im Bett und Frage mich, ob ich jemals reich sein werde. Reich an Erfahrung, um meinen Lebensunterhalt zu sichern und ein schönes selbstbestimmtes Leben führen zu können. Und dann denke ich darüber nach, ob es nur mir so geht? Oder ob es vielen Menschen so geht? Mein Freund ist das totale Gegenteil, er würde niemals selbstständig sein wollen und redet immer vom Risiko. Und manchmal denke ich, ich bin nicht nur nach Schokolade, Chips, Eierkuchen und Cola süchtig, sondern einfach auch nach DEM RISIKO. Für meinen Blog habe ich bereits mit vielen Fotografen zusammengearbeitet, viele Kontakte geknüpft aber das, was immer rar war, waren die Visagisten. Und ich wäre nicht ich, wenn ich darin nicht das Potenzial erkannt hätte. Also beschloss ich Visagistin zu werden, um genau zu sein am 04.02.2016, zwei Monate vor meinem 21. Geburtstags denn ich habe mir geschworen mit 21 meinen Platz im Leben gefunden zu haben und zu wissen, was ich will. Also machte ich verschiedene Lehrgänge, lud jeden Tag Modelle zum Üben ein und ein im Jahr später absolvierte ich die Ausbildung zur Visagistin. Ich bin richtig stolz darauf. Und nun eröffne ich wieder ein Jahr später, meinen eigenen kleinen Make Up Room in der wunderschönen, historischen Altstadt zu Pirna. Übrigens auch meiner Wahlheimatstadt. Ob ich am „Ende“ angekommen bin? Das kann ich erst sagen wenn ich sehe wie es sich entwickelt. Aber ich bin bereit alles zu geben um meine Träume zu leben. Weitere Informationen zu meinem Laden erhaltet Ihr in Kürze.

Foto & Bearbeitung: Frank Reinbold

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